Reform des Verkehrsrechts in Spanien
Veröffentlicht: 07.01.2010 in der Kategorie: Spanien Infrastruktur & Verkehr
Spanien gilt als ein Land, in dem Verkehrsregeln relativ wenig Gültigkeit besitzen bzw. von den Verkehrsteilnehmern nicht ganz so genau genommen wird. Damit soll in Spanien ab sofort endgültig Schluss sein, weshalb sich Einwohner und Touristen auf den Straßen und Autobahnen der Iberischen Halbinsel mit Beginn des Jahres 2010 auf ein reformiertes Verkehrsrecht einstellen und mit teilweise höheren Bußgeldern rechnen müssen. Bereits seit Juli 2006 gibt es in Spanien den sogenannten Punkte-Führerschein, bei dem alle Führerscheininhaber ein "Guthaben" von 12 Punkten haben, Fahranfänger 8 Punkte. Bei jedem Verstoß werden in Spanien, anders als z.B. in Deutschland, je nach Art des Vergehens drei, vier oder sechs Punkte abgezogen, nicht aufaddiert. Sobald das Guthaben auf dem Punktekonto aufgebraucht ist, droht in Spanien der Entzug des Führerscheins oder zumindest eine Nachschulung. Durch die Reform des Verkehrsrechts in Spanien wird der Katalog des Punkte-Führerscheins von bisher 27 auf 20 Vergehen reduziert, was vor allem der Öbersichtlichkeit des Systems dienen soll. Für Touristen, die während ihres Spanien Urlaubs mit dem Auto unterwegs sind, dürften jedoch vor allem die Anpassungen bei den Bußgeldern sowie Zahlungsarten sein. Bisher schon war es bei Ausländern üblich, dass eventuelle Bußgelder sofort zu bezahlen sind. Hierzu müssen die Verkehrssünder künftig von der Polizei jedoch nicht erst zum nächsten Geldautomaten gebracht werden, sondern können den Strafzettel per EC- oder Kreditkarte an Ort und Stelle bezahlen. Wer seinen Strafzettel in Spanien innerhalb von 20 Tagen bezahlt, bekommt künftig einen Rabatt in Höhe von 50 % anstatt bisher 30 %, was in Deutschland nicht der Fall ist. Die Statistik gibt den Verkehrsbehörden in Spanien mit ihrer im Jahr 2006 begonnenen und nun erweiterten Reform Recht. Im Jahr 2009 starben auf den Straßen und Autobahnen in Spanien weniger als 3.000 Menschen, so wenige wie noch nie seit dem Beginn dieser Statistik vor genau 40 Jahren.

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