Katalonien und das Streben nach Unabhängigkeit von Spanien

15.12.2009 in der Kategorie: Spanien Politik

Spanien besteht wie die meisten anderen Länder auch aus mehreren Regionen, deren Bewohner allesamt ihren eigenen Regional-Patriotismus pflegen - mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. So weit also nichts Besonderes könnte man jetzt meinen. Dazu sollte man allerdings wissen, dass es sich bei den Regionen, aus denen Spanien als Ganzes besteht, mehr um ein erzwungenes Zweckbündnis handelt, weniger um eine freiwillige Gemeinschaft. Aus diesem Grund gibt es in Spanien nicht wenige Regionen, die vom Zentralstaat lieber heute als morgen in die Unabhängigkeit entlassen werden wollten. Katalonien mit der imposanten Hauptstadt Barcelona ist eine dieser Regionen, die schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, nach Unabhängigkeit von Spanien streben. Maßgeblicher Grund dafür dürfte die mehr als stiefmütterliche Behandlung Kataloniens während der Franco-Diktatur sein, die Spanien in den Jahren 1939 - 1975 fest im Griff hatte. Der Diktator und Hitler-Sympathisant Franco unterdrückte die Katalanen mitsamt ihrer Sprache, Kultur und Traditionen, was in den Bewohnern eine nachhaltig wirkende Abneigung gegen den Zentralstaat auslöste. Am vergangenen Sonntag schritt eine separatistische Organisation nun zur Tat und bat die Katalanen zur Wahlurne. Zwar folgten in den 166 Städten und Gemeinden in Katalonien nur 27,3 % der 700.000 Wahlberechtigten dem Aufruf, diese sprachen sich mit 94,7 % aber mit überwältigender Mehrheit für eine Abspaltung ihrer Region von Spanien aus. Die symbolische Volksabstimmung findet bei der Zentralregierung in Madrid allerdings wenig Gehör. Vize-Regierungschef Manuel Chavez nannte die Abstimmung eine "politische Propaganda", während Regierungschef Zapatero von einer "sinnlosen Veranstaltung" sprach.

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