Stierkämpfe in Katalonien möglicherweise bald verboten

03.11.2009 in der Kategorie: Spanien Traditionen

Der Stierkampf zählt in Spanien zu den traditionsreichsten Events überhaupt und galt auf der gesamten Iberischen Halbinsel noch vor nicht allzu langer Zeit als unantastbares Kulturgut. Katalonien, eine der beliebtesten Regionen für Jugendreisen nach Spanien, schickt sich nun an, mit der rund 600 Jahre alten Tradition in Spanien zu brechen und das blutrünstige Spektakel in Zukunft zu verbieten. Das Regionalparlament kommt in seiner nächsten Sitzung zusammen, um über einen Antrag zum Verbot der Stierkämpfe in Katalonien abzustimmen. Eine Bürgerinitiative zum Verbot des Stierkampfes hat in Katalonien binnen kürzester Zeit die stattliche Zahl von 180.000 Unterschriften gesammelt und damit ein Bürgerbegehren im Regionalparlament der Region im Nordosten Spaniens erwirkt. Dem Vernehmen nach droht dem Stierkampf zumindest in Katalonien tatsächlich schon bald das endgültige Aus, da sich bis auf die als konservativ geltende Volkspartei angeblich alle anderen Parteien des Gremiums auf die Seite der Bürgerinitiative stellen sollen. Namentlich sind dies die Grünen, die Sozialisten und die Linken. Der Stierkampf droht dabei allerdings auch in die Mühlen politischer Spielchen zu geraten, die in Spanien mindestens so alt sind wie das traditionsreiche Spektakel selbst. Katalonien gehört in Spanien zu den Regionen, die am stärksten nach Unabhängigkeit streben, so dass vor allem den Linken nachgesagt wird, den Stierkampf in Katalonien weniger dem Tierschutz zuliebe abschaffen zu wollen, sondern eher wegen des winkenden Alleinstellungsmerkmals in Spanien. Der Stierkampf gilt als "spanische" Tradition, womit sich viele Katalonier nicht identifizieren können oder wollen.

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